Performance
Process

Eine Kooperation des Museum Tinguely,
der Kaserne Basel
und der Kunsthalle Basel,
in Partnerschaft mit dem Centre culturel suisse Paris

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Sieben Fragen an Heinrich Lüber

by Museum Tinguely

Performance lebt – mehr als andere Kunstformen – von den Künstlerinnen und Künstlern. Hier erzählen sie von sich und ihrer Arbeit. Das Team des Museum Tinguely hat Heinrich Lüber einen Fragebogen nach Zürich geschickt.

Warum bist du bei Performance gelandet und nicht etwa bei Malerei? 

Aufgrund meiner Ausbildung an der damaligen Kunstgewerbeschule in Basel hat sich diese Entwicklung nicht wirklich vorhersehen lassen. Die Ausbildung war damals noch sehr formal und bild-, respektive materialorientiert geprägt. Im Nachhinein denke ich, dass es eher die Entwicklungen ausserhalb der Kunstschule waren, die einen Einfluss hatten: technische Medien, Pop, vielleicht auch Politik.

Was würdest du machen, wenn du keine Kunst machen würdest? 

Ich mache nicht nur Kunst, sondern beschäftige mich auch mit der Lehre, oder besser mit Lernen in der Kunst. Aus dieser Auseinandersetzung heraus ist Kunst für mich in erster Linie ein Ort des «Forschens».

Wer oder was hat dich in deiner Arbeit beeinflusst? Und wie? 

Natürlich haben mich verschiedene Performancekünstler_innen sehr geprägt. In den 70er Jahren geschah da einiges — auch in der Schweiz, wie an dieser Ausstellung zu sehen ist. Ich fand aber auch Inspiration im Tanz, im Theater, in der Videokunst, im Film.

Heinrich Lüber Volute © Simon Letellier Ccs

Heinrich Lüber, «Volute» (Foto: Simon Letellier, Centre culturel Suisse Paris)

Was machst du, wenn du nicht mehr weiter weisst? 

Genau dieser Moment zieht mich in all meinen Projekten an: Was mache ich hier eigentlich? Was passiert da eigentlich, wie geht das nun weiter? Ich versuche, genau diesen Moment des Nicht-mehr-weiter-Wissens, dieser Moment der Aussetzung, herzustellen. Auch im aktuell zu sehenden Projekt.

Womit verbringst du die meiste Zeit? 

Ich glaube ich bin am produktivsten, wenn ich gleichzeitig mehreren Interessensgebieten oder Baustellen nachgehe. In diesem Sinne entspreche ich wohl nicht dem klassischen Bild eines Künstlers.

Was war deine erste Performance? 

Ich habe früher oft zu experimentellen Partys eingeladen oder andere Dinge ausprobiert. Ich hatte das aber nie «Performance» genannt. Rückblickend würde ich ein Projekt 1994 im Werkraum Warteck pp in Basel als meine erste Performance bezeichnen.

Welche Rolle spielt der Zufall für deine Arbeit? 

Wenn ich in den Projekten instabile Momente zulasse — und das tue ich auf konzeptioneller Ebene eigentlich immer — so spielt natürlich der Zufall mit. Ich meine damit nun nicht wackelnde Metallgestelle, sondern zum Beispiel Kippmomente in der Frage: Was für Bedeutungsebenen eröffnen sich in diesem Projekt eigentlich gerade jetzt?

Das Werk von Heinrich Lüber wird im Museum Tinguely während der Ausstellungsdauer von «60 Jahre Performancekunst in der Schweiz» (20.09.2017—28.01.2018) regelmässig aktiviert und aufgeführt.



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